Mit Hilfe einer Salzsprühnebelprüfung kann prinzipiell die Korrosionsbeständigkeit eines Werkstoffes oder einer darauf befindlichen Korrosionsschutzbeschichtung ermittelt werden.
Während der Prüfung befinden sich die Prüflinge in einer Kammer, in der bei einer Temperatur von 35 °C kontinuierlich eine 5%ige Kochsalzlösung mit kontrolliertem pH-Wert vernebelt wird. Der Nebel schlägt sich auf den Prüflingen nieder und überzieht diese mit einem korrosiv wirkenden Salzwasserfilm.
Typische Prüfdauern sind beispielsweise: 96 Std., 240 Std., 480 Std., 720 Std. oder auch andere Prüfdauern. Die Prüfdauern richten sich nach der zu erwartenden Korrosionsbeständigkeit des geprüften Materialsystems.
Nach Abschluß der Salzsprühnebelprüfung werden die Prüflinge mit entionisiertem Wasser abgespült um lose anhaftende Korrosionsprodukte zu entfernen. Visuell oder unter Verwendung mikroskopischer Verfahren wird dann der Korrosionsangriff auf das geprüfte Materialsystem beurteilt.
Die Korrosionsbeständigkeit beispielsweise eines mit einem Korrosionsschutz versehenen Stahlproduktes leitet sich von der Zeit ab, die ein Proband im Test übersteht, ohne dass das Grundmetall korrodiert bzw. Rotrost visuell sichtbar wird.
Bei dieser Prüfvariante wird der pH-Wert der Salzlösung neutral gehalten. Der pH-Wert liegt zwischen 6,5 und 7,2.
Bei dieser Prüfvariante wird der pH-Wert der Salzlösung durch Zugabe von Essigsäure auf einen pH-Wert zwischen 3,1 und 3,3 eingestellt. Hierdurch soll eine Beschleunigung des Korrosionsangriffes bewirkt werden.
Bei dieser Prüfvariante wird der Salzlösung Kupferchlorid und Essigsäure zugegeben. Diese Variante wird beispielsweise zur Prüfung von verchromten Kunststoffteilen im Automobilbereich eingesetzt.
Die Prüfung einer Beschichtung auf Korrosionsbeständigkeit kann ergänzt werden durch das Einbringen einer Ritzlinie. Dabei wird die Korrosionsschutzbeschichtung mit einem Messerschnitt bis zum Grundmetall eingeritzt. Während der Korrosionsprüfung korrodiert das Grundmetall entlang der Ritzlinie. Durch den fortschreitenden Korrosionsvorgang wird die Beschichtung während der Prüfung mehr oder weniger stark unterwandert. Der Unterwanderungsgrad ist ein Maß für die Beständigkeit der Beschichtung.
Eine weitere Ergänzung zur Prüfung der Korrosionsbeständigkeit stellt die Einbringung eines Gitterschnittes dar. Dabei werden zunächst mehrere Ritzlinien parallel und über Kreuz geführt eingebracht. Nach Abschluß der Salzsprühnebelprüfung (oder auch Klimaprüfung) wird mit einem Klebestreifen definierter Haftkraft die Haftung der Beschichtung geprüft.
Angemerkt sei, dass es grundsätzlich nicht möglich ist aufgrund der mit dem Salzsprühnebeltest ermittelten Korrosionsbeständigkeit (in Stunden) auf die Lebensdauer des Produktes beim Kunden bzw. im praktischen Einsatz zu schließen. Salzsprühnebelprüfungen sind jedoch sehr gut geeignet Werkstoffe und Korrosionsschutzsysteme untereinander zu vergleichen.
Die RIO GmbH führt Salzsprühnebelprüfungen u.a. nach folgenden Normen durch:
DIN EN ISO 9227:2006
Korrosionsprüfungen in künstlichen Atmosphären - Salzsprühnebelprüfungen
DIN 50021
Korrosionsprüfungen; Sprühnebelprüfungen mit verschiedenen Natriumchloridlösungen; ersetzt durch DIN EN ISO 9227
ASTM B 117 - 2007
Standard Practice for Operating Salt Spray (Fog) Apparatus
… und andere mehr
Die Beschreibungen weiterer Prüfverfahren, die im Rahmen der Ermittlung der Korrosionsbeständigkeit eingesetzt werden, sind unter folgenden Stichworten zu finden: